Fudniks Sicht der Dinge



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Mein Faust

Da ist kein Schreibfehler in der Überschrift, ich rede nämlich von Johann Wolfgang Goethes Meisterwerk "Faust". Als eine kreative Schreibaufgabe seitens meines Deutsch-Lehrers sollten wir, der 13er Deutsch-LK ( ), etwas ähnliches machen. Nämlich ein Stück in Ahnlehnung an die Studenten-Szene des Dramas schreiben, in dem Mephisto einen von Fausts Studenten veralbert. In unserer Fassung sollte es so sein, dass ein Schüler, der keine Ahnung hat, welche LKs er belegen soll, zu einem Lehrer geht und dort Rat einholt.

Mein Produkt könnt ihr nachfolgend lesen. Doch noch eins vorneweg: Inwieweit ich die Aufgabe gut oder schlecht gelöst habe, weiß ich nicht, da der Abgabetermin heute war und ich entsprechend noch keine Benotung erhalten habe.

 

Lehrerzimmer

 

AUGE, seinen morgendlichen Kaffee trinkend.

 

AUGE. Ach, wie schön ist diese Wonne,

   Wenn dort draußen steht die Sonne

   Noch nicht auf ihres höchsten Ast.

   Doch weh, wer kommt dort stocksteif an?

   Frag mich, was der wohl alles kann?

   Jedenfalls stramm sein wie eines Schiffes Mast.

 

EIN SCHÜLER tritt auf.

 

SCHÜLER nervös. Seid gegrüßt, mein Lehrer.

   Ich suche Euch auf aufgrund derer,

   Die mir Kummer bereiten und Sorgen.

AUGE genervt. Aber es ist doch erst Morgen!

SCHÜLER. Umso schlimmer ihre Taten!

   Durch den tiefsten Wust musst‘ ich waten,

   Wust aus wirren Gedanken und Regeln.

AUGE. Mir deucht, du solltest hier nicht mogeln.

SCHÜLER. Wohl wahr, dies geht auch nicht!

   Überwacht wird man von höchster Schicht.

   An oberster Stelle sitzen sie,

   Warten auf uns, warten wie dummes Vieh.

AUGE. Jetzt sprich klar!

SCHÜLER.                             Aber ja!

   So sei es, ich fang an,

   Und rede, über was ich mich beklagen kann.

   Mein Problem teil ich mit Vielen,

   Die im Herzen genau wie ich es fühlen.

AUGE. Gleich reißt mir die Geduld.

SCHÜLER. Entschuldigt, Euch die höchste Huld!

AUGE erfreut. Just find ich an dir Gefallen,

   Aber nun hör auf zu heucheln und zu lallen.

   Fahre doch jetzt endlich fort.

SCHÜLER. So sei es, nehmt mich beim Wort.

   Nun denn, dies ist mein Problem:

   Meine eine Kraft ließ mich im Regen steh’n.

   Die, die dir mir hilft und Entscheidungen fällt,

   Sie verweilt wohl nicht mehr in meiner Welt.

   Denn als es hieß, sich zweie auszusuchen,

   Zwei Kurse, in denen man gefordert werden will,

   War sie für mich nicht zu buchen,

   Sie war nicht da, oder zumindest war sie still.

AUGE wütend. Das ist es? Das ist dein Begehr?

   Mein Junge, sag‘ mir, du bist doch wer!

   Ein jeder vermag sich zu entscheiden,

   Das lässt sich gar nicht mehr vermeiden.

   Nun bist du dran, überlege scharf.

   Denn das ist es, was man hierbei nicht darf –

   Nämlich übereilt sich festzulegen.

SCHÜLER. Deshalb komm‘ ich ja zu Ihnen!

   Die Schüler sagen, Ihr wisst sehr viel.

AUGE. Sprich, bist du gekommen, mir zu dienen?

   Oder ist das nur ein Spiel?

   Hör auf, mich zu umgarnen, als wär‘ ich eine Frau,

   Hör auf damit, oder ich schlag dich grün und blau.

   Sowas muss ich mir nicht bieten lassen! –

   Was guckst du so, als könntest’s nicht fassen?

   Gut, zugegeben, dies ist meine Art.

   Manchmal geb‘ ich mich eben sehr rabiat.

SCHÜLER. Es sei Euch hiermit verzieh’n,

   Doch ford’re ich eine Gegenleistung.

   Für meinen Geist eine Medizin,

   Für meinen Geist ein bisschen Schwung.

AUGE. Nun denn, sag, was willst du wissen?

SCHÜLER. Genau‘res möcht‘  ich nicht mehr missen.

AUGE. Womit soll ich alsdann beginnen?

   Kannst mir deine Favoriten nennen?

SCHÜLER. Der eig’nen Sprache Schönheit wollte ich

erfahren,

   Außerdem der Zahlen Logik nicht versagen.

AUGE. Deutsch und Mathematik sollen es sein –

   Schwörst du darauf auch Stein und Bein?

   Gut, doch sei dir gesagt, dass wer dies wagt,

   Die zwei schwersten hat er verlangt.

   Das kann nicht sein, was wird sein dein,

   Denn du bist noch bei Verstand.

   Auf den ersten Blick erscheint es schön,

   Von nah erst hört man das Gestöh’n,

   Auch das Unken der Leidenden,

   Oder das Geschrei der Scheiternden.

   Denn was man bisher gemacht in diesen Fächern,

   Konnt‘ man ganz leicht löffeln und auch bechern.

   Was aber kommt auf einen zu,

   Wenn man in diesen zweien Leistung bringen möcht‘,

   Das will niemand wissen, nicht mal du.

SCHÜLER. Ach, ich glaub, da habt Ihr  recht!

   Doch oh weh, mir graust’s.

   Wie gut, dass Ihr so ehrlich seid!

   Ihr ruft nicht voreilig „Behaust’s!“,

   Denn Ihr seid wahrlich sowas von gescheit!

   Ein manch andrer hätte mich belogen,

   Hätte mich wie er es will gebogen,

   Sodass ich vorschnell wählen tät,

   Die komplett falsche Fakultät.

AUGE. Hör auf zu schwafeln, wann gibst du Ruh‘?

   Mit welchen Fächern wärst du jetzt auf Du und Du?

SCHÜLER. Zusagen würd‘ mir jetzt am liebsten die Politik,

   Denn darin sind die Leute so herrlich schick.

   Weiterhin noch eine Naturwissenschaft,

   Denn darin liegt bekanntlich ja die eine Kraft.

   Das hilft mir vielleicht zu erkennen was die Welt

   Im Innersten zusammenhält.

AUGE. Gerade letzteres scheint mir bekannt,

   Bist du mit einem berühmten Doktor verwandt?

SCHÜLER. Nicht, dass ich wüsst‘.

AUGE.                                                   Gott sei Dank!

   Halt dich von diesen Wissenschaften fern.

   Sie haben schon so mancher Menschen guten Kern

   Bös‘ gemacht, in abgründiges getrieben!

   Trau mir, ich brauch da nicht lügen!

   Und was ich von der Politik nun halte –

   Nicht, dass ich so gut verwalte,

   Aber das sind alles komisch‘ Leut‘,

   Die ham‘ in ihr‘m Leben nichts als Leid.

   Hast du mal mit einem gesprochen?

SCHÜLER. Nein.

AUGE.                    Da hast du nichts verpasst.

   Die stammeln nur und reden gebrochen,

   Und kommen dabei auf keinen grünen Ast.

   Für jemanden, der die Sprache verehrt,

   Wäre das also gänzlich verkehrt.

SCHÜLER. So sei es. Dies wär‘ meine letzte Wahl,

   doch mir graut, auch sie verkommt zur Qual.

   Das Wissen der Alten im Laufe der Zeit,

   Sowie das Streben nach Ästhetik,

   Dafür fühl ich mich bereit,

   Dafür hab ich einen Blick.

AUGE. Unnütz nach Strich und Faden,

   Mein lieber Junge, das kann ich dir sagen.

   Geschichte mag dir interessant erscheinen,

   Doch wählst du es, wirst du bald weinen.

   Die Fülle an Wissen und Daten lässt dich versagen.

   Setzt du dich auseinander mit diesem Quatsch,

   Dann ist dein Kopf Geschichte, nämlich Matsch.

SCHÜLER. Aber die Kunst, die ist doch fein,

   Glaubt Ihr etwa, ich passe da nicht rein?

AUGE. Genau das glaub‘ ich, das ist, was ich mein‘.

   Aber bitte, mach, sie ist dein!

SCHÜLER. So erklärt, wieso Ihr sie nicht leiden mögt!

AUGE. Das kann ich gerne tun, so hör her!

   Sie gestaltet sich nicht sonderlich schwer.

   Auszuführen vermag sie selbst ein Schaf, das blökt.

SCHÜLER. Zeigt mir ein Schaf, das Sinn für das Schöne hat.

   Da fällt Euch nichts ein, jetzt seid Ihr schach-matt!

AUGE. Nein, du bist es, verstehst nichts von Rhetorik,

   Und willst dieses Etwas haben für Ästhetik?

   Da Sarkasmus bei dir seinen Sinn verliert,

   Hast du dich eigenhändig disqualifiziert.

   Schönheit der Sprache und Logik suchst du-

SCHÜLER flehend. Bitte, so gebt doch Ruh‘!

AUGE. Ich rate dir, vergiss die graue Theorie.

SCHÜLER. Wenn Ihr mir jetzt bloß sagt, wie?

AUGE. Grün ist des Lebens gold’ner Baum,

   Dass du den nicht findest, das glaub ich kaum.

SCHÜLER. Mir ist, als wär‘ dies ein Traum.

   Ich kam her und wollte wissen,

   Welche Fächer sollten, könnten, müssten?

   Da steh ich nun, ich armer Tor,

   Und bin so schlau als wie zuvor.

AUGE. Das kann man so nicht sagen,

   Zu entscheiden musst du dich lediglich wagen.

   Ich hab dir gezeigt, was ich denk‘,

   Das war an dich mein Geschenk.

   Nimm es, nutz es weise,

   Zieh nicht unnütz irgendwelche Kreise,

   Tritt nicht ständig auf derselben Stelle rum,

   Bedenke, auch die Zeit geht irgendwann um

SCHÜLER. Nun, das werde ich versuchen,

   Ich schnapp mir auch ein Stück vom Kuchen!

   Wenn ich das nicht schaff‘, das wäre doch gelacht,

   Wie viele haben es schon richtig vorgemacht?

AUGE. Nun, also mach, du musst jetzt geh’n.

SCHÜLER. Vielen Dank, Herr Lehrer.

AUGE.                                                         Gern gescheh’n!

SCHÜLER. Ja, es stimmt, ich muss jetzt fort

   An einen gänzlich and’ren Ort. (Ab.)

AUGE. Endlich ist er weg, ich dacht schon, ich werd alt,

   Doch mein Kaffee, der ist jetzt eh schon kalt.

 

 Also, ein paar Formatierungen sind verwurstet, aber da kann ich nix für. Beschwert euch bei myBlog.

13.10.08 19:26
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maggintosh / Website (22.10.08 11:45)
Net schlecht, hast du das alles selbst geschrieben? xD

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